Hinweis

Surfen im Internet während der Arbeitszeit kann auch ohne vorherige Abmahnung die verhaltensbedingte Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechtfertigen, selbst wenn die private Nutzung des Internets im Betrieb nicht untersagt ist. Nach der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 31.05.2007 kommt es darauf an, ob eine schwerwiegende Pflichtverletzung des Arbeitnehmers vorliegt. Dies hängt vom Umfang der Internetnutzung und der damit einhergehenden Versäumung bezahlter Arbeitszeit oder einer durch die Art der Nutzung herbeigeführten Gefahr der Rufschädigung des Arbeitgebers ab. In dem entschiedenen Fall hatte der Arbeitnehmer häufig Internetseiten mit vorwiegend erotischem oder pornografischem Inhalt aufgerufen und die Bilddateien abgespeichert. Das Bundesarbeitsgericht hat den Fall an das Landesarbeitsgericht zurückverwiesen. Dort muss nun aufgeklärt werden, in welchem Umfang das Internet während der Arbeitszeit zu privaten Zwecken genutzt wurde und ob tatsächlich die Gefahr der Rufschädigung für den Arbeitgeber bestand.
BAG, Urteil vom 31.05.2007 - 2 AZR 200/06 -
20.9.2007